Project Description

DIE HEILIGE CORONA

 „Müder Wanderer stehe still,
mach bei Sankt Corona Rast.
Dich im Gebet ihr fromm empfiehl,
wenn Du manch Kummer und Sorgen hast.“

In einem Waldstück in Sauerlach vor den Toren von München lädt eine Corona-Kapelle mit diesen Worten zum stillen Gebet ein. Auch wenn wir den Begriff heute als eine allgegenwärtige Gefahr kennengelernt haben, so ist das nicht alles auf was man Corona reduzieren kann.

Die heilige Corona ist die Schutzpatronin des Geldes, der Fleischer und der Schatzsucher. Es gebührt ihr in der augenblicklichen Situation eine besondere Aufmerksamkeit. Es gibt ein Corona-Gebet, ein volksmagisches Ritual, das besonders im 17. und 18. Jahrhundert verbreitet war und zum Aufspüren verborgener Schätze diente. Besonders in Bayern und Österreich wurde sie verehrt und dort in Seuchenzeiten um Hilfe angerufen.

In der kleinen Gemeinde St. Corona am Wechsel in Niederösterreich wird von Anrufung um Standhaftigkeit im Glauben, bei Bitten gegen Unwetter und Missernte und zur Abwendung von Tier- und anderen Seuchen berichtet. Ebenso soll sie dort regional als Patronin der Holzfäller verehrt worden sein. Die Angabe geht auf eine lokale Tradition in St. Corona am Wechsel zurück, der zufolge die Heilige von der bäuerlichen Bevölkerung dort gegen Tierseuchen angerufen wurde. Am 14. Mai feiert die Kirche den Gedenktag der Hl. Corona.

Um die Lebensgeschichte der Corona ranken sich viele unterschiedliche Geschichten. So wird von Viktor berichtet, einem christlichen Soldat aus Kleinasien, der in der Christenverfolgung unter Kaiser Mark Aurel im zweiten Jahrhundert angeklagt, gefoltert und schließlich enthauptet wurde. Corona, die ebenfalls Christin, war die erst sechzehnjährige Verlobte eines Kameraden, die Viktor aufsuchte, um ihm Mut zu machen und ihn zu trösten, und die daher ebenfalls ein schreckliches Martyrium erleiden musste: Ihre Füße wurden an zwei zur Erde gebeugte Palmen gefesselt, die sie beim Hochschnellen bei lebendigem Leib zerrissen.

Das Grab der heiligen Corona befindet sich in der „Basilika der heiligen Viktor und Corona“ bei Feltre in der norditalienischen Region Venetien. Bis heute gibt es Corona-Wallfahrten, etwa in St. Corona am Schöpfl im Wienerwald und St. Corona am Wechsel in Niederösterreich sowie im niederbayerischen St. Corona bei Staudach in Massing und die Wallfahrtskirche Maria Krönung in Handlab, wo ein Gnadenbild der heiligen Corona aus dem Jahr 1480 verehrt wird.

Ich habe mich in der stillen Zeit des Lockdowns mit Corona intensiv beschäftigt und die Sagen und Legenden rund um Corona haben mich tief beeindruckt. Und so entstand diese Skulptur. Es ist wieder ein Denkmal i.S. von nachdenken und aber auch einer einer stillen Anrufung an Corona. Mit der Bitte uns in diesen schwierigen Zeiten Schutz zu bieten und beizustehen.

Bei der künstlerischen Arbeit setze ich mich intensiv mit dem Wesen und dem geschichtlichen Hintergrund der Skulptur auseinander. Dabei reduziere ich die Formen auf die wesentlichen und charakteristischen Merkmale. So ist diese – meine – Corona entstanden.

Material: Eschenholz Maße: ca. 180 x 50 x 50 cm